Fach-Chinesisch

Wie schreibt man eigentlich Tei Tschi? Nicht nur eine Übungssequenz kann Mühe bereiten sondern auch die richtige Schreibweise. T'ai Chi Ch'uan oder Taijiquan?
Die unterschiedlichen Schreibweisen ergeben sich aus den zwei gängigen Transkriptionssystemen. Das Problem ist nämlich, dass die Umschrift versucht, Laute abzubilden, die in den europäischen Sprachen nicht vorhanden sind.
In vielen Taiji- und Qigong-Büchern ist das Umschriftsystem nach Wade-Giles zu finden. Es ist für den Nicht-Sinologen bedeutend leichter verständlich als die modernere Pinyin-Transkription, die sich seit 1955 als internationaler Standard durchgesetzt hat. In nicht wenigen Veröffentlichungen findet man auch eine Mischung aus beiden Umschriften, die den Leser noch mehr verwirrt.
Hier eine kleine Übersicht zu den beiden erwähnten Transkriptionsweisen zum Vergleichen. Viel Spaß beim Entdecken
.

Wade-Giles Pinyin
T'ai Chi Ch'uan Taijiquan
Chi Kung Qigong
Kung Fu Gongfu
Pa Kua Bagua
Ch'i Qi
Pa Tuan Ba duan jin
Tan Tien Dantian
I Ching Yi Jing
Tao Dao
Lao Tse Laozi
Mao Tse Tung Mao Ze Dong
Tao Te Ching Dao de jing

Wenn man das jetzt einem Chinesen vorliest (egal wie man es transkribiert), ist noch nicht gesichert, dass man verstanden wird. Im Chinesischen kommt es nämlich auf den richtigen Ton an, und das liegt nicht nur daran, dass die Chinesen so höfliche und feinfühlige Menschen sind. Genauer gesagt:auf den richtigen von vier verschiedenen Tönen.


Kleiner Aussprachekurs

Wir unterscheiden vier verschiedene Tonmodulationen, die 1., 2., 3. und 4. Ton genannt werden:

Ton

Tonmodulierung

  *

Zeichen

Beispiel

Bedeutung

1.

Hohe Tonlage und gleichbleibenden Verlauf, wie in „Basel“

¾

-

wischen; u.a. auch Fragepartikel am Satzende

2.

Steigt von der mittleren Tonlage aus an. Er ähnelt dem zweifelnden fragenden Ton. Wie z.B. in „Was?“

ø

΄

Leine

3.

Er ist der tiefste der 4 Töne. Er beginnt tiefer als der 2., sinkt noch etwas tiefer ab. Wenn die Silbe  am Satzende oder allein steht wird sie oft tief und dann noch steigend gesprochen. Wie z.B. in „Na und?“

È

ˇ

Pferd

4.

Hoch-fallender Ton. Am Anfang nahezu so hoch wie der 1. Ton. Vergleichbar mit der betonten Silbe in „absolut“

ö

`

schimpfen

(* Leider werden nicht auf allen Browsern, z.b. Firefox, die Zeichen korrekt wiedergegeben! Beim Internet Explorer sollte es allerdings möglich sein.)

Versuchen wir es gleich mit den meistgehörten Begriffen, den Zahlen. Auf übungsbegleitenden Tonträgern aus der Volksrepublik China wird man bei genauerem Hinhören sich wiederholende streng artikulierte Silben bemerken. Die Übungen werden nämlich erbarmungslos durchgezählt, meistens bis acht. Kleiner Tipp: "Y" im Anlaut wird stumm gesprochen, also yi = i.

Zahl
 geschrieben
gesprochen
1
i
2
Èr
ar
3
Sān
san
4
si
5
u
6
Liù
liu
7
tschi
8
ba
9
Jiŭ
djo
10
Shí
schi

Jetzt kommen wir zu etwas komplexeren Begriffen, den 13 Grundtechniken:
Shí sān shí (letzteres shí heißt Grundbewegung).

Dabei unterscheidet man zwischen den acht Handtechniken (bā men)
und den fünf Schrittarten (wŭ bu)

Acht Handtechniken (bā men)

Chinesischer Begriff

Aussprache

Bedeutung

Peng

Pang

Abwehr

Zurückweichen und Ziehen

Ji

Dji

Drücken

An

An

Schieben bzw. Stoßen

Zhou

Dschou

Ellbogenstoß

Kao

Kau

Schulterstoß

Lie

Lie

Zurücklehnen oder Trennen, Spalten

Cai

Zai

Nach unten ziehen

 

Die Unterscheidung der fünf Schrittarten (wŭ bu) folgt der Idee der fünf Wandlungsphasen (wŭ xing) und unterstützt die acht Richtungen.

Chinesischer Begriff

Aussprache

Bedeutung

Wandlungsphase

Jin bu

Djin bu

Vordringen

Feuer

Tui bu

Tui bu

Zurückweichen

Wasser

Zuo gu

Zuo gu

Nach links blicken (zuo=links)

Holz

You pan

Jo pan

Nach rechts blicken (you=rechts)

Metall

Zhong ding

Dschung ding

Stabiles Gleichgewicht (zhong=Mitte)

Zentrum der Richtungen

Erde

Nachzulesen bei: Bödicker, Martin: Taijiquan Lilun. Heft 2 und Anders, Frieder: Tai Chi. Chinas lebendige Weisheit. Eugen Diedrichs Verlag

Weitere Fachbegriffe:

Chinesischer Begriff

Aussprache

Bedeutung

Gong bù

Gung Bu

Vorwärtsstand oder Schützestellung

Mă bù

Ma bu

Reiterstellung (breiter Stand)

Dīng bù

Ding bu

Nagelschritt (ein Fuß wird neben dem vollbelasteten Bein mit dem Ballen leicht aufgesetzt

Xu bù

Schü bu

Leerer Schritt (wie beim Flügelschlag des weißen Kranichs)

Zhòng xīn

Dschung schin

Gewicht

Qī sān

Tschi san

7:3

Liù sì

Liu si

6:4

Shan

Schan

Fächer

Jian

Djen

Schwert

Dao

Dao

Säbel

Gun

Gun

Stock

Nun noch etwas leichtere Kost:

Begriffe, die im Unterricht und außerhalb dessen häufiger zu hören sind wie:

Begriff

Aussprache

Bedeutung

hăo

chau

gut

hen hăo

Chen chau

Sehr gut

bù hăo

Bu chau

schlecht

bù cùo

Bu zuo

Nicht schlecht

bù zhi dao

Bu dschi dau

Ich weiß nicht! Ich kenne oder verstehe nicht.

Wenti

Wön ti

Frage; Problem

Mei you wenti

Mej jo wönti

Keine Probleme oder Fragen alles klar.

Qing wen...

Tsching wön

Ich habe eine Frage

Kan kan

Kann kann

Ein bisschen schauen
(sehr häufig gebrauchter Begriff)

Qing nĭ zài!

Tsching ni tsai

Bitte noch einmal!

Man man qi

Man man tschi

Guten Appetit (wörtl.: schön langsam essen)

Yi dian dian

I djen djen

ein bißchen

Gan bei

Gan bej

Prost! (wörtl.: Glas trocken)

Nĭ hăo.

Ni chau.

Hallo!

Nĭ hăo ma?

Ni chau ma ?

Wie geht’s ?

 

Link zum Chinesisch lernen:

http://lefti.amigager.de/Chinesisch/Lektionen/lektion01.html

Links zur Entstehungsgeschichte des Taijiquan

s. Homepage von Stefan Grätzner

http://taiji-quan.com/Evolution/Entstehungslegende/entstehungslegende.html und von Peter und Sabine Wolfrum http://www.dalue.de/